Jahresfinanzbericht 2020

4 2  LAGEBER I CHT 2 0 2 0 Sicherung regionaler Produktion und das soziale Engage- ment durch Trägerorganisationen gefördert werden. Davon zeugen die Partnerschaften mit Kulturinstitutionen, mit Han- delsakademien, mit den Fachhochschulen Joanneum und Campus 02, mit alpinen Vereinen sowie mit sozialen Institu- tionen wie der Caritas Marienambulanz. Nachhaltigkeit ist in vielen Bereichen essenziell, vor allem aber auch seit Jahren ein klares Unternehmensstatement, das sich im bankeige- nen Weltspartagsauftritt manifestiert, für den rein regionale Produkte eingekauft werden. Corporate Social Responsibility war in diesem Sinne auch 2020 kein bloß schmückendes Etikett. Die Entwicklung und das Wohl des Landes sowie das Hochhalten gesellschaftli- cher Werte lagen der HYPO Steiermark wie eh und je am Herzen. Wie so oft erweist sich die Stärke des Partners ge- rade in Krisenzeiten. Das Jahr war beispielgebend dafür. Bericht über die voraussichtliche Ent- wicklung und die Risiken des Unterneh- mens Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens Die kurzfristige Entwicklung der Konjunktur bleibt aufgrund der COVID-19-Pandemie weiterhin ungewiss. Mehrere Impf- stoffzulassungen und der Beginn von Impfungen in einigen Ländern gegen Ende des Jahres haben Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie geweckt. Gleichzeitig dämpfen zunehmende Infektionen und damit einhergehend neuerli- che Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Le- bens, diverse logistische Probleme bei der Impf- stoffverteilung sowie das Aufkommen neuer Virusstämme die Erwartungen. Dadurch könnte sich die erwartete wirt- schaftliche Erholung weiter verzögern. Die OECD schätzt das globale Wirtschaftswachstum für das Jahr 2020 auf – 4,2 %. Für 2021 wird mit einem deutlichen Aufschwung von 4,2 % gerechnet. Die etwas jüngere Prognose des IWF geht von einem Rückgang von 3,5 % in 2020 und einer klaren Erholung von 5,5 % in 2021 aus. Das globale Wirtschafts- wachstum im Jahr 2021 wird aufgrund des guten Zugangs zu Impfstoffen, aber auch durch fiskalpolitischen Möglichkei- ten insbesondere durch die USA und Japan getragen. Auch in China, das durch rigorose Maßnahmen die Infektionszah- len niedrig halten konnte, dürfte eine bemerkenswerte Erho- lung einsetzen. Für Öl exportierende oder vom Tourismus abhängende Entwicklungs- und Schwellenländer ist der Ausblick durchwegs verhaltener. Nach dem Rückgang der Wirtschaft in den USA im Jahr 2020 um 3,5 % erwartet der IWF für das folgende Jahr eine deutliche Erholung von 5,1 %. Die raschen Zulassungen von Impfstoffen und auch deren Verfügbarkeit sowie die enorme fiskal- und geldpolitische Expansion sollten zum Auf- schwung beitragen. Gleichzeitig scheint sich die Wirtschaft auf die eingeschränkten Möglichkeiten kontaktintensiver Ak- tivitäten anzupassen. Die Arbeitslosenrate dürfte sich verrin- gern, aber weiterhin erhöht bleiben. Die Fiskal- und Geldpolitik sollte laut IWF auch mittelfristig genutzt werden, um die Wirtschaft zu unterstützen und auf einen stabilen Wachstumspfad zu bringen. Eine stärkere Auswirkung dürfte die COVID-19-Pandemie laut IWF auf die Eurozone gehabt haben. So soll die Wirt- schaft im vergangenen Jahr mit –7,2 % deutlich ge- schrumpft sein. Zudem soll die Erholung in diesem Jahr mit 4,2 % auch etwas niedriger als in den USA ausfallen. Auf- grund der im Vergleich geringeren Flexibilität und Anpas- sungsfähigkeit der Wirtschaft auf die eingeschränkte Mobilität dürfte die Wirtschaft in der Eurozone nicht im glei- chen Maße von der fiskal- und geldpolitischen Expansion profitieren. Die Arbeitslosenquote dürfte mit 9,5 % leicht über dem Vorkrisenniveau liegen. In Anbetracht dessen wird weiterhin mit einer erheblichen fiskal- und geldpolitischen Unterstützung gerechnet. Diese massiven Ausgaben könn- ten den Finanzhaushalt einiger Mitgliedsstaaten stark stra- pazieren. In diesem Zusammenhang spielt die gemeinsame Emission von Schuldtiteln im Rahmen des „Next Generation EU“-Programms eine erhebliche Rolle zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung in den am stärksten betroffe- nen Ländern. Die vollständigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den europäischen Bankensektor, insbesondere auf das Ausmaß möglicher Kreditausfälle bleibt weiterhin ungewiss. Durch den breit angelegten Einsatz staatlicher Unterstüt- zungsmaßnahmen für Kreditnehmer durch Moratorien und öffentliche Garantien könnte ein Anstieg von notleidenden Krediten weiter verzögert werden und erst im Laufe dieses Jahres die Bankbilanzen belasten. Die EZB analysierte den europäischen Bankensektor und errechnete eine Reduktion der Kernkapitalquote von durchschnittlich –1,3 % im Basis- und –5 % im Extremszenario. Die EZB hebt vor allem den stetigen Kapitalaufbau der letzten Jahre hervor, sodass die europäischen Banken auf die Krise gut vorbereitet sind. Laut Prognosen der OECD und der Europäischen Kommis- sion dürfte Österreichs Wirtschaft im vergangenen Jahr um 7 % bis 8 % geschrumpft sein. Aufgrund der erneuten Ein- schränkungen zum Jahresende könnte sich die konjunktu- relle Erholung weiter verzögern. Das Wirtschaftswachstum

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